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Freitag, 6. Juli 2007

Donnerwetter!

Nach dem ersten Schrecken über die Ankündigung, Tom Cruise wolle den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg spielen, nahm man beruhigt zur Kenntnis, dass sich die Verwaltungsorgane, die für Drehgenehmigungen an den Originalschauplätzen verantwortlich sind, sich gegen die Erteilung selbiger sperren. Aus dem vornehmlichen Grund, dass man einen Scientologen als Darsteller als höchst unpassend empfindet. Peter Steinbach hat das schön ausgedrückt und sprach von dem Widerspruch, "dass man diesen Film, der durch die Deutung fast als Unternehmen der Scientologen in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, mit der Zivilcourage eines Menschen verbindet, der sich gerade antitotalitär entscheidet und den weltanschaulichen Führungsanspruch einer Regierung ablehnt." Es ist zu bezweifeln, ob Cruise auch nur ein Wort davon versteht. Aber er erhält nun prominente Unterstützung von deutscher Seite.
Unser neuer Held des deutschen Films, dessen Auslands-Oscar für "Das Leben der Anderen" beinahe so gefeiert wurde wie der erste deutsche Tour-Sieg, nennt die ganze Angelegenheit einen "Verbotszirkus". Natürlich kann man von Florian Henckel von Donnersmarck keine kritischen Anmerkungen zu diesem Thema erwarten: die Amerikaner lieben ihn schon aufgrund seiner imposanten Statur und seines martialischen Namens. Und sie haben ihm den Oscar gegeben für einen Film, der ganz in amerikanischer Manier eines der dunkleren deutschen Themen als Wohlfühlfilm inszeniert. Es ist ein anderes Thema, darüber zu sprechen, dass "Das Leben der Anderen" zwar ein netter, aber keineswegs überragender oder preiswürdiger Film ist. Donnersmarck äußert sich zu dem Gerangel um den Bendlerblock jedenfalls wie folgt: "Waren uns Stauffenberg und Konsorten nach dem Krieg noch undeutsche Vaterlandsverräter, so ist uns heute selbst der größte Star der Siegernation nicht gut genug, unseren Übermenschen Stauffenberg zu spielen, wenn dieser Star in seinen persönlichen Überzeugungen nicht ganz auf dem gegenwärtigen Kurs Deutschlands liegt." Dieser Spruch ist so idiotisch, dass es eigentlich keiner weiteren Kommentierung bedarf. Höchstens einer Erklärung. Hat Donnersmarck seine amerikanischen Gönner derart ins Herz geschlossen, dass er den Sinn für die Realität verloren hat und keinerlei Kritik in deren Richtung vertragen kann? Oder ist er vielleicht selber Mitglied dieser verbrecherischen Vereinigung? Ratlos, Advocaat.

Deutsches in Hollywood

Dass erfolgreiche deutsche Filme in Hollywood noch mal gedreht werden, davon hört man ja immer mal wieder. Filmrechte werden gesichert, Schauspieler genannt. Aber meistens bekommt man die Filme dann doch nicht zu Gesicht, erkennt sie nicht wieder oder hört einfach nie wieder davon. Anders bei "No Reservations", einer demnächst in deutschen Kinos startenden Lovestory. Lasst mich kurz den Inhalt zusammenfassen: Eine superbe, jedoch leicht manische Chefköchin hat sich als Überlebens- und Erfolgsstrategie angewöhnt, niemand an sich heranzulassen und sich nur auf sich selbst zu verlassen. Dann stirbt überraschend ihre Schwester, und sie muss deren junge Tochter aufnehmen - eine Situation, mit der sie zunächst heillos überfordert ist. Währenddessen stellt ihre Chefin einen weiteren Koch ein, dessen Lebensfreude und Gelassenheit die Protagonistin nach einigem Kompetenzgerangel zum Leben erweckt. Das Schicksal geht seinen Gang.
Kommt das irgenjemand bekannt vor? Vielleicht nicht - mir jedoch schon. Das ist der Film "Bella Martha", vor einigen Jahren ein - auch internationaler - Überraschungserfolg. Den sich jetzt Hollywood einverleibt hat. Und wie! Handlungsfolge, Einstellungen, Dialoge - vieles scheint eins zu eins übernommen zu sein. Aber doch nicht wirklich. Und das wirkt ganz schön merkwürdig: Wie eine Übersetzung in eine andere Sprache, aber eben vor allem eine Bildsprache, eine "Konventionensprache". Das Ganze scheint von einem glänzenden Firnis überzogen, größer gemacht, schärfer gemacht, witziger gemacht, romantischer gemacht... Ob es dann allerdings noch genauso funktioniert, ist die andere Frage. Und man muss es auch mal aussprechen: Catherine Zeta-Jones ist nicht Martina Gedeck... Auch wenn sie schon einen Oscar gewonnen hat. Gerade weil... aber lassen wir das. Man wäre vermutlich nicht ohne weiteres auf die Idee gekommen, "Bella Martha" eine romantische Komödie zu nennen... Es war ein Film über eine sehr spezielle Frau, und natürlich ein Film über die Liebe.
Ich werde vermutlich trotzdem nicht umhin kommen, mir "No Reservations" (zu deutsch ganz schrecklich "Rezept für die Liebe" - oder so) anzusehen, weil nämlich neben Zeta-Jones darin das tolle Mädchen aus "Little Miss Sunshine" (Abigail Breslin) sowie mein neuer Held Aaron Eckhart ("Thank You For Smoking", "Black Dhalia") zu sehen sind.

Und hier gibts Trailer: Klick!

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