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Freitag, 11. Mai 2007

Recherche-Ergebnisse

Heut möchte ich einmal auf einen Film zu sprechen kommen, der nicht mehr ganz jung ist und den wohl die wenigsten kennen. Aber genau deshalb muss ich darauf aufmerksam machen.
Es geht um den Western "Herr des Wilden Westens", im Original, etwas weniger pathetisch, schlicht "Dodge City" genannt. Gedreht wurde dieser Film 1939, und für die Regie zeichnet Michael Curtiz verantwortlich. Die Hauptrolle spielt Curtiz damaliger Lieblingsstar, Errol Flynn. Mit ihm zusammen hatte er zu dieser Zeit bereits "Captain Blood" (Unter Piratenflagge) und "The Sea Hawk" (Herr der sieben Meere) gedreht und ihn zum Star gemacht. Natürlich musste Flynn auch in Robin Hood´s grüne Strumpfhosen schlüpfen, unter, wie hieß der Regisseur noch mal, ach ja, Curtiz. Natürlich durfte ein Western in der Liste nicht fehlen. Und wie es von einem Meister wie Curtiz zu erwarten ist, ist es ein ganz hervorragender: "...und vor allem ist da Michael Curtiz, der dem Ganzen den mitreißenden Schwung gibt, unterstützt von Sol Politos Fotografie und so gut wie jedem Charakterdarsteller auf dem Warner-Studiogelände." Lustigerweise ist Flynn dabei der einzige, der stört. Der elegante Swashbuckler wirkt nicht glaubwürdig, wenn er davon spricht, dass jeder durchreiste Staat einen Zoll breit Dreck auf ihm hinterlassen hat. Das den Flynn-Figuren eigene Gutmenschentum wirkt hier äußerst penetrant, viel lieber hätte man ihn in der Rolle des schleimigen Bösewichts gesehen. Zudem bleibt einem das Lachen im Halse stecken, wenn er seine Angebetete fragt, warum sie nicht lieber etwas weibliches tun wolle und sticken, statt in einer Zeitungsredaktion zu hocken. Dort schreibt sie nämlich für die Frauen von Dodge City über Dinge, die Frauen interessieren - vornehmlich Hüte. Man wartet vergeblich auf die ironische Brechung, aber des war halt e anner Zeit, nich?
Aber der eigentliche Grund, weshalb der Film gesehen und gewürdigt gehört, ist die ganz fantastische Saloonschlägerei. So was hat man noch nicht erlebt. Der Saloon ist gerammelt voll, als sich einige texanische Viehtreiber, äh, Cowboys, über das Foto eines Nordstaaten-Regiments amüsieren, das über der Theke hängt. Man habe im Bürgerkrieg bei Fredericksburg diesen Yankees dermaßen dern Hintern versohlt, dass sie noch heute rennen würden. Die EInheimischen Gäste sind nicht besonders geneigt, das Amusement zu teilen; haben sie doch alle in eben jener Einheit gekämpft. Und zack, ist die schönste Prügelei im Gange. Aufgrund der Enge kann sich kaum jemand vernünftig bewegen, aber alle dreschen aufeinander ein, dass es eine wahre Freude ist. Quasi das ganze Mobiliar geht zu Bruch - kein Wunder, bei der Länge der Szene. Man versucht dabei ständig, irgendwo Bud Spencer zu entdecken, doch nicht einmal seine Prügeleien reichen an diese furiose Massenschlägerei heran. Nach und nach leert sich die Szene, und schließlich ziehen die Texaner siegreich jubelnd ab und hinterlassen einen komplett verwüsteten Saloon. Und wenn ich sage, verwüstet, dann meine ich das auch. man kann den Besitzer, der der Film-Bösewicht ist, gut verstehen, wenn er hinterher jemanden hängen sehen will. Für ganz kurze Zeit ist man auf seiner Seite... Toll! Vor allem auch deshalb, weil Errol Flynn in dieser Szene NICHT anwesend ist - er ist nämlich viel zu vernünftig, um sich auf so etwas einzulassen. Er ist eben Fehl am Platze in diesem Film...

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