Sehr viel kürzer fällt meine Kritik für Woody Allens SCOOP aus: Sehr albern. Und genial. Genial albern! Und genauso wie meine Kritik: Kurz! Was auch genial ist.
Und, last but not least: für mich die bisher beste Rolle für Scarlett Johannson (oder wie man die auch immer schreibt). Wieso hat sie nicht schon mal früher versucht, witzig zu sein? Das geht total gut! Ich sehe schon, jetzt hat sie auch mein Eis gebrochen. Ok, irgendwie hat sie das auch schon mit BLACK DAHLIA, aber da trug sie nicht so eine lustige Brille.
1. Schauspieler des Jahres ist – zumindest für mich – der Däne Mads Mikkelsen. Wer ihn als schwitzenden, asthmatischen, risikosüchtigen und völlig durchgeknallten Spieler-Bankier LeChiffre gesehen hat, wird mir vielleicht schon Recht geben. Wer aber wirklich wissen will, wovon ich rede, der sollte ihn auch als schwitzenden und völlig durchgeknallten Pater in ADAMS ÄPFEL gesehen haben.
2. James Bond benötigt wie jeder Film- und Fernsehspion unserer Tage ein Back-Up-Team, dass vom Schreibtisch aus seine Geschicke zwar nicht lenkt, aber doch verfolgt, um im Falle des Falles Anweisung zu lebenserhaltenden Maßnahmen zu geben. Die Supermänner des Kalten Krieges, die sich mal rasch im Alleingang eine Niere transplantieren, sind passé. James Bond lebt jetzt in einer moderneren, wirklicher erscheinenden internationalen Welt der Agenten, Superverbrecher und natürlich Terroristen - der Superverbrecher des 21. Jahrhunderts. Und hat nur das von seiner Künstlichkeit verloren, was sowieso niemand mehr brauchte.
3. Aufschlussreiche Gespräche im Publikum:
„Ey, in welchem Film warn wir denn als letztes? Mission Impossible 3?“
„Nee, X-Men.“
Dazu hatten sie die große Snackplatte für zwei Personen und 10 Liter Cola – aber dass vermute ich nur.
4. Der heimliche (?) Einzug aktueller europäischer Trendsportarten in Hollywoods Blockbuster: Der Stundcoordinator/-choreograph scheint mir, betrachtet man die Verfolgungsjagd zu Beginn des Films, ein „Parcours“-Fan zu sein.
5. Die Redakteure des Filmdiensts mögen gute Filmkritiker sein, deshalb haben sie aber noch lange keine Ahnung von Musik! Wie kann man die bombastische 70ies-Hymne „You know my name“ von Chris Cornell nicht großartig finden? Sie hat noch mehr als Stil – sie hat STYLE!
6. Respekt für die zwei großartigen deutschen Schauspieler, die sich als Tourist Schultz (Jürgen Tarrach) und schleimender Schweizer Bankier Mendel (Balko-Sidekick Ludger Pistor) in einen Hollywoodfilm eingeschlichen haben.
7. Wie schön Montenegro ist!