Endlich! Die Doris-Day-DVD-Collection!
(Leider bisher nur in den USA).
Sechs Filme aus einer Zeit, als Männer ihre perversen gleichgeschlechtlichen Gelüste noch schön für sich behielten, und wir uns das nicht hoch zu Roß auf der Kinoleinwand ansehen mussten. Als ein Lächeln noch ein Lächeln war und die Frisur immer perfekt saß - es sei denn, eine neckisch aus der toupierten Hochfrisur gerutschte Locke sollte wahlweise einen sich anbahnenden sexuellen Kontrollverlust oder einen sich anbahnenden Nervenzusammenbruch ankündigen.
Wobei ich zugeben muss, dass ich mit ca. 12 Jahren den Film THE GLASS BOTTOM BOAT (Grandioser deutscher Titel "Spion in Spitzenhöschen") zusammen mit meiner damaligen besten Freundin unzählige Male gesehen habe. Das hatte gerade die ausreichende Dosis harmlose Erotik, gewürzt mit albernem Humor. Wenn wir es etwas heftiger brauchten, gabs dann DIRTY DANCING.
Ok, eigentlich hätte dieser Beitrag "Cannes #03" heißen müssen, aber ich dachte, das klingt langweilig und darum liest ihn dann keiner.
Es geht aber nochmal um Cannes: Präsentiert von German Films laufen dort unter dem Motto NEXT GENERATION 2006 (ehrlich originell) Kurzfilme deutscher Studenten, die im Laufe des letzten Jahres entstanden sind. So weit, so mäßig interessant.
Allerdings handelt es sich bei der ebenfalls vertretenen Nachwuchsfilmerin Claire Walka um eine Studentin der Hfg Offenbach, und - oh wunder - ich habe schon einmal zwei Filme von ihr auf der Frankfurter Filmschau gesehen. Und ich muss zugeben - mehr als ein "ja, ganz nett" konnte mir das nicht entlocken. So wirkt die ganze NEXT GENERATION-Sache etwas entzaubert. Vielleicht sollten wir uns doch noch ans Filmemachen machen?
Zunächst dachte ich, es gäbe zum Start dieser Woche nichts Spannenderes zu berichten als Folgendes: Micheal Douglas mag das Essen von Catherine Z-J nicht, aber Jean Reno findet Tom Hanks ganz toll.
Stimmt aber nicht, es gibt noch etwas aus Cannes zu berichten, wo nun doch drei deutsche Filme in zwei zwar unaussprechlichen, aber dafür wichtigen Nebenreihen (Quinzaine des Réalisateurs und Semaine de la Critique) laufen werden. Leider muss ich eingestehen, dass es mit meinem Wissen um den deutschen Film wohl doch nicht so weit her ist, da ich weder von SOMMER 04 AN DER SCHLEI von Stefan Krohmer noch von PINGPONG von Matthias Luthardt je gehört habe. Allerdings klingt zumindest SOMMER 04 AN DER SCHLEI recht interessant, eine Ostsee-Feriengeschichte voll erotischer Spannungen, tragischem Ausgang und Martina Gedeck. Die ja meiner Meinung nach eine der fähigsten deutschen Schauspielerinnen ist, vor allem, wenn es um erotische Spannungen geht. Das hat sie gerade wieder in DAS LEBEN DER ANDEREN bewiesen, oder bspw. in einem von meinen persönlichen Gedeck-Geheimtipps, dem abgründigen TV-Film DER NEFFE (1997), den man als TV-Film aber natürlich nirgends zu sehen bekommt.
Lustigerweise ist mir zumindest der Regisseur des dritten deutschen Cannes-Films schon mehr als nur ein Begriff, womit wieder eindrucksvoll die Prägung durch die Filmwissenschaft Frankfurt bewiesen wäre. Oder kennt ihr etwa nicht den Experimentalfilmer Matthias Müller? Oder seine legendären Filme, wie bspw. HOME STORIES, ALPSEE oder STERNENSCHAUER? Nicht?
Im Gegensatz zu manch anderem Steckenpferd der Frankfurter FiWis kann ich zu Müllers Filmen aber guten Gewissens sagen: Es lohnt sich!